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Im April hatte ich einen schweren Autounfall, der in vielen Fällen tödlich enden kann. Als ich mit 100km/h einen Laster überholte kreuzte ein Tier meine Fahrbahn. Ich wich aus, verlor die Kontrolle über den Wagen und stieß frontal mit ca. 80 km/h gegen einen Baum.

Wie durch ein Wunder passierte mir fast nichts: Ein geprelltes Knie und eine gezerrte Schulter. Mehr nicht.

Wenn ich nun auf den Unfall zurückblicke (und das tut man oft und lange im Krankenhaus), dann erreicht einen früher oder später ein Gefühl, eine Ahnung, eine Idee von etwas wichtigem. Man wird davon erfüllt, ja überwältigt. Es ist das Gefühl, das man nichts falsch machen kann außer man macht nichts. Es ist das Gefühl voller Energie zu stecken, die benutzt werden möchte. Es ist das Gefühl das wirkt. Es ist "Carpe Diem".

Noch im Krankenhaus begann ich an der Buchidee zu pfeilen und möchte euch nun eine kleine Auswahl vorstellen.

 

 

 

 

Carpe Diem

 

Ein Leben dauert in der Bundesrepublik Deutschland heutzutage durchschnittlich etwa 78 Jahre. Ein Jahr hat in der Regel 356 Tage. Das sind 356 mal 24 Stunden. In eine Stunde passen 60 Minuten, die jeweils aus 60 Sekunden bestehen. Und jede Sekunde bietet unzählig viele Momente, Möglichkeiten, Chancen und Gedanken.

In jeder einzelnen Sekunde kann man sich für oder gegen etwas entscheiden, Freundschaften schließen und Beziehungen beenden, etwas schaffen oder zerstören. Jede einzelne Sekunde ist kostbar, einzigartig und kommt nicht wieder zurück. Jede einzelne Sekunde bedeutet Glück, selbst wenn wir in ihr Unglück empfinden mögen. Denn egal was nach dem Leben auf sie warten mag, das ewige Leben, die vollkommene Auflösung im Nirvana oder das Nichts, Sie werden diese eine Sekunde nicht wieder erleben, ganz gleich ob Sie wieder geboren werden oder ewig leben. Diese Sekunde, dieser Kurze Augenblick, diese Möglichkeit begegnet Ihnen nie wieder!

Mit der folgenden Sammlung an Texten möchte ich versuchen zu klären ob man darüber glücklich oder unglücklich sein sollte. Ob man den verstrichenen Momenten nachweinen oder die kommenden nutzen sollte, ob es sich überhaupt lohnt zu leben. Die Frage steht hier nicht nach dem Sinn des Lebens, dass möchte ich klar gestellt haben. Die Frage steht hier nach dem Leben. Ich möchte keine philosophischen Schlussfolgerungen schließen, clevere Thesen bilden oder Beweise erbringen. Ich möchte dem Leser nichts erklären, nichts beibringen und nichts aufzwingen. Ich möchte das Gefühl vermitteln, dass einen erreicht wenn man sich bewusst wird, dass man hätte tot sein können. Das Gefühl, dass einem mehr beibringt als zehn Lehrer, hundert Abschlüsse und Tausend Worte. Das Gefühl das wirkt.

 

Was kannst Du?

Ein Moment kann zerstören und schaffen, zugleich und benachbart. Er hat Macht und Verantwortung, kann ewig währen und in Vergessenheit geraten. Manchmal scheint er eine Ewigkeit zu verweilen, während er bald gar nicht wahrgenommen wird. Er kann Fluch oder Segen sein, Erfolg oder Niederlage, Leben schaffen oder Tod bedeuten.

Ein Moment kann Gegensätze vereinen, Freundschaften schließen und Familien zerstören. Er kann Gelegenheiten bieten und Chancen vereiteln.

Das Leben besteht aus Milliarden von Momenten.

Was kann also das Leben?

Was kann also ein Mensch?

Was kannst also Du?

 


Zeit vertreiben“

Was für eine Abart ist die Phrase „sich die Zeit vertreiben“?

Niemand der bei Verstand ist würde etwas sagen wie: „Gold wegwerfen“, „Geld zerstören“ oder „Freunde verschenken“.

Warum gehen wir mit unserem kostbarsten Gut in unserem Sprachgebrauch so um?

Die Phrase „sich die Zeit vertreiben“ sollte durch „Zeit für sich nutzen“ ersetzt werden.

Seit jeher werden Menschen durch das Entziehen von Kostbarkeiten bestraft. Je Schlimmer die Tat desto kostbarer das entzogene Gut.

Heute steht am Anfang der Geldentzug, die Geldstrafe. Darauf folgt der Freiheitsentzug, das Gefängnis. Als nächstes steht der Freudenentzug an, das Entfernen eines Körperteils oder eines geliebten Menschen.

Und zuletzt, als härteste Bestrafung der Welt steht der Zeitentzug, die Todesstrafe.

Wir haben also instinktiv die Zeit als wichtigstes Gut bemerkt indem wir die Todesstrafe seit jeher als härteste Bestrafung sehen.

Mir stellt sich nun die Frage warum man sich nicht verhält? Warum geht man mit der Zeit um als hätte man unendlich viel davon? Warum verschwenden wir so viel davon? Viel mehr als wir je von Geld verschwenden würden.

 

Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. Wir fällen sie und verwandeln sie in Papier, um unsere Leere darauf auszudrücken. (Khalil Gibran, Sämtliche Werke)


Lache deine Zeit

Die Zeit fließt vorwärts, nie zurück.

Wir versuchen wie verrückt

das Glück.

Am Ende steht die Rechnung an.

Ob es sich wohl irgendwann,

lohnen kann?

Viele nutzen ihre Zeit,

gar nicht, nicht gescheit,

noch weit.

Ich will so nicht am Ende steh`n,

hab`s End` geseh`n,

kann`s nicht versteh`n.

Steh` hier allein,

fühl` mich klein

und wahr` den Schein.

Wie stell ich das nur alles an?

Wie mach ich was ich wirklich kann?

Und wann?

Die Antwort gibt das Leben mir,

und nicht nur mir,

auch dir.

Es ist mein Leben,

bleibt mein Streben,

wird vergeben.

Denn alles was ich eigens mache,

bleibt alleine meine Sache!

Ich lache.